Alle Publikationen der Stiftung

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Türmer von St. Stephan Mainz

Siegfried Kirsch: Der Türmer von St. Stephan Hermann-Caspar Schneider (1764-1846) und seine Geschichte der Stadt Mainz 

1. Aufl. 2019, 220 S. VKP 19,90 €. ISBN 978-3-9817831-3-1 . DERZEIT VERGRIFFEN. Erweiterte Neuauflage erscheint in 2021.

Was treibt ein Mensch 50 Jahre lang auf einem Turm in 50 Metern Höhe?

Wie erlebten die Mainzer die Franzosenherrschaft um 1800?

Was rettete den Stephansturm vor dem Abriss nach dem Krieg?

Wie kamen Napoleons Depeschen von Mainz nach Metz?

Wie spiegelt sich Schneiders Spiritismus in seinen Erzählungen?

Wer die Hälfte seines 50-jährigen Berufslebens mit Frau und Schwiegermutter bzw. Gans und Kater als Höhen-Eremit verbringt, muss wohl schrullig werden. Der Türmer von St. Stephan, städtisch angestellt zur Beobachtung des Lebens in Stadt und Umgebung, war aber auch Historiker und Meteorologe in seinem hohen Ausguck. In seiner über hundertseitigen „Chronik von Mainz“, dem Dokument eines wachen Geistes, schildert er die bewegteste Epoche der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg: das Ende des kurfürstlichen Staates und die Franzosenherrschaft um 1800.  

Begleitband Expedition Custine

Arthur Chuquet, Mark Scheibe: Expedition Custine - Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit

Begleitband zur Wanderausstellung. 1. Aufl. 2018, VKP 12,- €. Ohne ISBN, nur bei der Stiftung erhältlich. DERZEIT VERGRIFFEN. Erweiterte Neuauflage erscheint in 2021.

Im Frühherbst 1792 gelangte ein französisches Revolutionsheer unter General Adam-Philippe Custine – und zunächst ohne Befehl aus Paris – nahezu ohne Widerstand über die Rheinpfalz, Rheinhessen bis in

Hunsrück, Taunus und Wetterau. Von der Queich im Süden bis an die Nahe und die Lahn im Norden

hieß es für wenige Wochen und Monate »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit«.

In Mainz propagierte er zunächst freie Wahlen zu einer neuen, selbstbestimmten Gesellschaftsordnung,

konterkarierte jedoch sein Verhalten auf der rechten Rheinseite durch Plünderungen, was ihm schnell den

Beinamen »Freiheitsschwindler« einbrachte.  

Jetzt erreichten ihn aus Paris die Vorgaben, die gewonnenen Gebiete Frankreich „per Wahlen“ anzuschließen, in denen aber weder eine politische Opposition noch von der momentanen Vorgabe abweichende politische Strömungen zur

Wahl standen. Doch dieser erste Versuch schlug fehl: In fast allen Orten gingen die zivilen Mitstreiter

Custines und die inzwischen eingetroffenen Pariser Politkommissare mit Gewalt, Erpressungen und

Geiselnahmen gegen die zögernden stimmberechtigten Einwohner vor, um den gewünschten Ausgang

der »Wahlen« zu erreichen,

Sawade Französische Revolution Tagespresse

Anne Sawade-Pfeiffer: Die Französische Revolution im Spiegel der deutschen Tagespresse 1789-1795

Dissertation Univ. Frankfurt, 2018, 447 S. VKP 29,- €. ISBN 978-3-9817831-7-9-

Der Hamburgische Correspondent, die Augspurgische Ordinari Postzeitung und die Frankfurter Kaiserl.-Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung gehörten zu den bedeutendsten Presseorganen Deutschlands am Ende des 18. Jahrhunderts. Ihr Einfluss auf die Meinungsbildung im Reich war erheblich, nicht zuletzt in den politisch angespannten ersten Revolutionsjahren. Zentraler Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Informationslage, die den Lesern mittels dieser drei Presseerzeugnisse im Zeitraum vom Ausbruch der Revolution 1788/89 und dem Herbst 1794, also unmittelbar nach der Hinrichtung Robespierres, zur Verfügung stand. Diese Zeit war bekanntermaßen durch mehrere herausragende Ereignisse in Frankreich geprägt, wie der Erklärung der Menschenrechte, der Erarbeitung von Verfassungen, aber auch der Radikalisierung der Revolution.

Bockenheimer Mainzer Patrioten

Karl-Georg Bockenheimer: Die Mainzer Patrioten in den Jahren 1793-1798

Kommentierte Neuauflage der Ausgabe von 1873, 2018, 114 S. VKP 13,90 €. ISBN 978-3-9813188-5-5.

1792. Seit drei Jahren schon beunruhigten die Ereignisse der Französischen Revolution die Nachbarstaaten. Als die Regierung in Paris beschloß, die Grenzen Frankreichs präventiv auf deutscher Seite zu verteidigen, gelang es General Custine ab Ende September innerhalb kurzer Zeit die Rheinpfalz, Rheinhessen und das Rhein-Main-Gebiet unter seine Kontrolle zu bringen. 

Doch die Unterstützung in den besetzten Gebieten wurde von Woche zu Woche geringer, zumal preußisch-hessische Truppen Erfolge gegen Custines Soldaten verzeichneten. Die „Mainzer Patrioten“ – so von Bockenheimer in diesem Büchlein tituliert – versuchten nun den demokratischen Gedanken von freien Wahlen mit Zwangseiden und Zwangswahlen gegen den Widerstand der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. Tatsächlich konnte sich zwar am 17. März 1793 für wenige Tage das erste deutsche Parlament, der „Rheinisch-Deutsche-Nationalkonvent“, umgangssprachlich als Mainzer Republik bekannt, konstituieren. Als es aber kurz darauf im Juli des Jahres zur Wiedereinnahme von Mainz durch deutsches Militär kam, richtete sich die aufgestaute Wut der Mitbürger auch handgreiflich gegen die „Patrioten“.

 Doch die einstigen Aktivisten, „welche einst dem Volke den Tyrannenhaß gepredigt hatten, bequemten sich in die neuen Rollen als Untertanen, und ihr einstiger republikanischer Eifer hatte ein Ende, als sie die gehorsamsten Diener der rücksichtslosesten Militärwirtschaft Napoleons wurden und selbst im Stande waren, mit der Rückkehr der alten Landesherren ihre Vorliebe für Franzosenthum abzulegen“.

Schinderhannes in Taunus,, Wetterau und Frankfurt

Mark Scheibe: Schinderhannes in Taunus, Wetterau und Frankfurt (Exzerpt aus dem umfassenden Forschungsbericht "Schinderhannes - Nichtsnutz..."

1. Aufl. 2015,  179  S. VKP 19,90 €. ISBN 978-3-9813188-6-9

„Ich sterbe gerecht“, waren die letzten Worte des Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, auf dem Mainzer Schafott am 21. November 1803. Mehr als 130 Straftaten, vor allem Diebstähle, Raubtaten, räuberische Erpressungen und die Teilnahme an fünf Tötungsdelikten können ihm heute nachgewiesen werden, die vor allem in Nordpfalz und Hunsrück ihren Schauplatz hatten. Schon bald verfolgt von der dort neu etablierten französischen Staatsgewalt wechselte Schinderhannes im November 1799 auf das östliche Rheinufer, um dort unerkannt unter dem Pseudonym Jakob Ofenloch als Krämer durch das Land zu ziehen. Vor allem der Taunus, die Wetterau und der Großraum Frankfurt gehörten zu seinem Rückzugsgebiet. Aus Langenhain im Taunus stammte seine vorletzte Liebschaft, die „Lange Katherine“.

- Ortsverzeichnis mit über 120 Orten

- 43 Abbildungen, darunter 16 Kartenausschnitte

Schinderhannes Nichtsnutz

Mark Scheibe: Schinderhannes - Nichtsnutz, Pferdedieb, Räuberhauptmann?

6. Aufl. 2015, 481 S. VKP 24,90 €. ISBN xxx. DERZEIT VERGRIFFEN.

Nach den historischen Akten des Mainzer „Criminal-Special-Tribunals“, den Briefwechseln mit der Regierung in Paris, seinen drei zeitgenössischen Biographen, den Polizeiakten der Ämter und den Überlieferungen in den Gemeinden von Westerwald, Taunus, Wetterau, Maingrund, Hunsrück, Nordpfalz und Odenwald zusammengefaßt, ist das vorliegende Buch eine vollständig neu erarbeitete und umfassende Biographie des berüchtigten Verbrechers. Erstmals wird auch sein Leben und Wirken im Rechtsrheinischen – ganz im Unterschied zu früheren Veröffentlichungen, die nur Schinderhannes’ Taten in Hunsrück und Nordpfalz beschrieben – aufgezeigt.

Dieses Buch soll dazu dienen, den Mythos des Räubers, den er in seinem gesamten Wirkungsgebiet hat, zu klären. Bislang verschollene und bereits bekannte Lebenszeichen des Schinderhannes wurden gesammelt, dabei aber auch ihm bisher zugeschriebene Geschichten enttarnt und richtig gestellt. Das Buch wendet sich dabei nicht nur an den interessierten Geschichtsfreund, sondern auch an die Forschung.

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Anonym: Schinderhannes und seine Bande.

3. kommentierte Aufl. der Ausgabe von 1803, 2013, 113 S. VKP 12,- €. ISBN 978-3-9813188-9-0         .

Der berühmt-berüchtigte Verbrecher Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, war ein Kind der Französischen Revolution, die unsere Heimat vor 200 Jahren gesellschaftlich auf den Kopf stellte. In dieser Zeit suchte das lesehungrige Bürgertum nach Romanhelden, die der Figur des Räuberhauptmanns Karl Moor in Schillers berühmten Drama „Die Räuber“ am nächsten kamen. Durch eine unglückliche Verkettung von fehlerhaften Meldungen der französischen Regierung und ihr nahestehenden Presseblättern war plötzlich Schinderhannes in den Mittelpunkt der öffentlichen Meinung gerückt. Während die Spekulationen über diesen Mann ins Kraut schossen, räumte erst das eigens zu seiner Verurteilung eingerichtete Mainzer Sonderstrafgericht mit dem neu geborenen Mythos eines Freiheitskämpfers und eines Robin Hood auf. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten bereits geschäftstüchtige Schreiber diese fiktive Person namens Schinderhannes in Buchform veröffentlicht. 

Erst die vorliegende, kurz nach seiner Hinrichtung 1803 erschienene Lebensgeschichte richtete sich ausschließlich nach den Erkenntnissen des Gerichts. Das anonym erschienene Buch stammt wahrscheinlich aus der Feder von Johann Ignatz Weitzel, dem damaligen Herausgeber der Mainzer Zeitung.

Mathias Weber, der Fetzer

Anton Keil: Leben und Hinrichtung des Mathias Weber, genannt Fetzer.

Kommentierte Auflage der Ausgabe von 1803, 2013. 90 S. VKP 12,- €. ISBN 978-3-9813188-3-8.

„Mein Ruhm zog meinen Untergang nach sich“, äußerte sich Mathias Weber, genannt Fetzer, kurz vor seiner Hinrichtung in Köln am 17. Februar 1803. Als sein Kopf unter der Guillotine fiel, waren die Rheingegenden in den unruhigen Zeiten der Französischen Revolution und Napoleon Bonapartes um einen ihrer berüchtigsten Verbrecher ärmer geworden. Staatsanwalt Anton Keil, Kopfjäger und Geheimagent im Dienste Frankreichs, unermüdlich im persönlichen Einsatz gegen das organisierte Verbrechen, verzeichnete einen seiner größten Erfolge im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.

Fetzer bot sich nie als Romanheld im Stile eines Karl Mohr oder Rinaldo Rinaldini an: Eher schmächtig von Gestalt, niemals auffällig durch seine Kleidung, kein Frauenheld – die Merkmale, die einen Schinderhannes ausmachten, fehlten ihm. Obwohl die heute nachweisbaren 130 Straftaten des Schinderhannes – Raubüberfälle,  räuberische Erpressungen, Diebstähle und die Beteiligung an fünf Morden – jede Größenvorstellung sprengen, so konnte Fetzer diese Zahl noch übertreffen: „181 vollendete und 122 mißlungene“ Straftaten verzeichnete Keil zum Zeitpunkt von Fetzers Hinrichtung, dem mehrere tausend Zuschauer beiwohnten.

So galten die letzten Worte Fetzers seinem Publikum: „Ich habe den Tod verdient, meine Freunde, hundert Tode für einen. Ihr, die ihr auf bösem Wege seyd, spiegelt euch an meinem Ende ! Junge  Leute ! flieht, flieht die Hurenhäuser. Eltern ! erzieht eure Kinder in Religion. Denkt an Gott. Möchte mein Blut das Letzte seyn, das so vergossen wird.“

Strafjustiz in Mainz und Frankfurt 1796-1803

Mark Scheibe: Die Strafjustiz in Mainz und Frankfurt 1796-1803...

Dissertation Univ. Mainz, 2009,  323 S. VKP 29,- €. ISBN 978-3-9813188-0-7.

Am 21.11.1803 endete die kriminelle Karriere des berüchtigten Serienstraftäters Schinderhannes unter der Mainzer Guillotine. Von der Presse war er bald als deutscher Baron, bald als Freiheitskämpfer an der Spitze von 600 Aufständischen oder als Räuberhauptmann mit 1.000 Gefolgs-leuten tituliert. Das eigens zu seiner Verurteilung eingerichtete Tribunal criminel spécial konnte nichts von alledem feststellen: Vor sich hatte es „nur“ einen Dieb, Erpresser und Räuber. Selbst die heute so oft genann-te Schinderhannes-Bande gab es nicht.

In dem vorliegenden Buch wird zum einen die Strafakte Schinder-hannes einer vollständigen Bearbeitung unterzogen − erstmals seit dem Prozeß vor über 200 Jahren.

Zum anderen dient der Fall der Aufarbeitung der Strafjustiz von Mainz und Frankfurt, als der Rhein zur Grenze zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem revolutionären Frankreich wurde. Beide Städte waren zu dieser Zeit auch die Zentren, um die sich die Aktivitäten des bekannten Straftäters abspielten. Es werden die Strafgerichtsbarkeit in Aufbau und Verfahren detailliert beschrieben und die Praxis der Gerichte durch die Aufarbeitung aller 1.080 Aktenvorgänge beleuchtet. Damit entsteht nicht nur ein bisher unbe-kanntes Bild von der Kriminalität im Rhein-Main-Gebiet zur Zeit des Schinderhannes, sondern es werden auch die Unterschiede zwischen den Strafrechtssystemen der beiden Städte deutlich. So war in Frankfurt noch das alte deutsche Inquisitionsgericht tätig, währenddessen in Mainz bereits der reformierte Prozeß, Grundlage für unser heutiges deutsches Strafrecht, eingeführt worden war.

Mordfall Eberts Niederwinkel 1813

Rainer Scherb (Hg.): Die Ermorderung des Haubler-Müller Johann Georg Eberts und dessen Eheweibes in Niederwinkel (Sachsen).

Transkription der Originalakten mit Beiträgen von Carmen Winkel, Rainer Scherb und Mark Scheibe, 2014,  82 S. VKP 12,- €. ISBN 978-3-9813188-5-2 .

Anfang Februar 1814 finden Bauern, die ihr Getreide in der Mühle von Niederwinkel mahlen lassen wollen, das Müllerehepaar erschlagen in der Wohnstube auf. Die knapp 200 Jahre

später durch Zufall aufgetauchte Untersuchungsakte des Amtes Waldenburg in Sachsen über diesen Doppelmord gibt einen detaillierten Einblick in die damaligen gerichtlichen Untersuchungsmethoden sowie über ein Schicksal nur wenige Monate nach der Völkerschlacht von Leipzig, in einer Zeit, in der Soldaten jeglicher Couleur gezwungenermaßen zur Lebensrealität der Bevölkerung gehörten.

 

Der kommentierte Abdruck der Originaluntersuchungsakte dieses Mordfalles wendet sich nicht nur an den interessierten Geschichtsfreund, Heimatforscher oder Leser historischer Mordgeschichten, sondern versteht sich auch als ein kleiner Mosaikstein der Erforschung des Alltags, der Kriminalität und der Auswirkung von Kriegsgeschehen auf die einfachen Bevölkerungsschichten des frühen 19. Jahrhunderts.